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Tag der offenen Tür 2002

Musik trällerte über den Hof. Es roch nach Menschenessen, doch ich mümmelte lieber eine Lage Heu. Für die kleinen Zweibeiner waren da noch einige Spielstände, eine Tombola, mit tollen Preisen für die Menschen, es gab aber keine Leckerlies für uns zu gewinnen, hätten die doch auch dran denken können, oder? Nach und nach wurde es immer voller. Menschentrauben schoben sich über den Hof. Wir wurden aufgesattelt und mein kleiner Mensch ging mit mir in die Halle zum Abreiten. Durch den Lautsprecher ertönte eine Ansage: “In wenigen Minuten beginnen wir mit unserem Showprogramm!” Jetzt wurde mir einiges klar. Deshalb mussten wir soviel üben. Na ja, auch uns Pferde beschlich nun langsam ein gewisser Stolz, durften wir doch bei Bäs Showprogramm mitmachen. Nun wollten wir alle unser Bestes geben. Ganz viele Zweibeiner hatten sich um die Reitbahn versammelt und erwarteten uns.

Sie alle kamen durch das offene Tor des Hofs. Drum heißt das wohl "Tag der offenen Tür", oder doch Tor?

Das Showprogramm begann mit Mareile, die mit ihrem erst 6-jährigen Zweibeiner, wie immer souverän ihre Westernpferde vorstellte. Mareile betreibt am Samerberg einen eigenen Ausbildungsstall und unterstützt uns jedes Jahr aufs Neue. Danach kam ein Hindernisfahren, mit einem Gig, bei dem mein alter Bekannter Chopper mitwirkte. Die Isis zeigten wie immer ein rasantes Programm, was mir persönlich ja zu anstrengend wäre, also Hut ab. Kleine Menschen purzelten und turnten beim Zwergerlvoltigieren, als kleine Feen verkleidet, lustig durch die Bahn mit der Tanja, die macht auch alles mit. Ein bunter Zirkus mit allerlei exotischen Tieren und unser Pot pouri rundeten das Programm ab. Auch meinen Feuersprung absolvierte ich ganz brav. Ich musste aber nur zweimal springen, das hab' ich ihnen schon gelernt. Auch Bärbels Gesichtsausdruck wurde nach unserer gelungenen Quadrille sichtlich entspannter. Die Zweibeiner am Rand der Reitbahn waren begeistert und spendeten viel Applaus, für dieses tolle Showprogramm. Na also Bä, das war doch ein voller Erfolg.

Mittagspause für alle, bis auf die Schulpferde, die nun beim geführten Kinderreiten die kleinen Zweibeiner durch die Bahn trugen. Kostenlos versteht sich, der Andrang war riesengroß.  Ich dagegen genoss meine Mittagspause, denn nachmittags zeigten wir noch einmal unser Können. Vor noch mehr Publikum und noch mehr Applaus, dann hatten wir Feierabend. Es war nun auch schon Spätnachmittag und die Menschenmassen, ob groß oder klein, schoben sich gesättigt und gut unterhalten durch das offene Tor.

Nach den restlichen Aufräumarbeiten der Zweibeiner, die aufgrund der vielen, fleißigen Helfer zügig von statten gingen, kehrte auf unserem Hof wieder die gewohnte Ruhe ein. Wir hatten uns am Abend auf der Koppel noch viel zu erzählen. Einstimmig haben wir festgestellt: “Es hat wohl allen, egal ob Zwei- oder Vierbeinern viel Spaß gemacht und einmal im Jahr ist so ein offenes Tor auch ganz okay.”

Eure Luna, Grüße auch von Leila


P.S.: Bärbel hat mir noch geflüstert, dass sie sich auf diesem Wege bei all' ihren fleißigen Helfern noch einmal bedanken möchte, ohne die so eine Veranstaltung gar nicht möglich wäre, damit meint sie sicher auch uns Pferde.

Ich möchte mich als Verfasser dieses Artikels anstandshalber kurz vorstellen. Ich heiße Luna und bin eine sehr hübsche, für meinen Menschen, natürlich die Schönste, 12-jährige Fjordstute. Nur soviel zum Formellen.

Heute versprach es ein wunderschöner, sonniger Tag zu werden, hier, am Fuße des Wendelsteins, wo ich nun seit fast 10 Jahren zu Hause bin. Herrlich - faulenzen und im Auslauf dösen, vielleicht ein bißchen mit unseren Zweibeinern ins Gelände spazieren, nach den hektischen Tagen zuvor.

Zum besseren Verständnis muss ich nun ein bißchen ausholen. Seit einigen Tagen übten wir ständig mit unseren Menschen. Eine Quadrille, unter dem strengen Auge von Bä, (übersetzt, Frau Bärbel Schacker, Besitzerin des Ponyreithofes) die wir dann 'zig Mal wiederholten, bis auch Bärbel schließlich mit uns und unseren Menschen zufrieden war. Wozu nur dieser Aufwand? Doch es kommt noch besser, ich konnte es nicht glauben! Sie nannten es Pot pourie, wir sprangen über eine Plane, Leila tauchte unten durch. Doti musste auf’s Podest, Leila schließlich auch noch. Ach ja, am Anfang musste ich mich noch hinlegen und -setzen, manchmal habe ich das Gefühl, mein Mensch verwechselt mich mit einem Hund. Wenn ich gewußt hätte, was danach noch kommt, wäre ich besser gar nicht aufgestanden. Sie bauten einen Sprung auf und zündeten die Stange an. Feuer!!! - dachte ich für mich!!!. Spinnt mein Mensch jetzt völlig, dacht ich nur und dann, oh Gott, die meint's ernst. Na gut, Augen zu und durch. Was tut man nicht alles "Aus Liebe zum Mensch". - Was, noch mal? Okay. Autsch, jetzt hat sie mir noch im Maul gezogen. Nein, ganz energisch nein, nicht aller guten Dinge sind drei. Jetzt such's dir aus, entweder den Ständer oder rechts vorbei. Na also, hab ich's doch gleich gewusst, auch mein Mensch lernt dazu, also rechts vorbei. Endlich, das Feuer war nun aus - Feierabend und eine geruhsame Nacht.

Nun genug ausgeholt, zurück zu jenem sonnigen, erholsamen Morgen. Aber, was ist das nur für eine zweibeinige, geschäftige Betriebsamkeit? Da kommen ja auch schon mein Mensch und der von Leila. Hallo, gehen wir heute gemütlich ins Gelände, beschnupperten wir sie voller Erwartungen. Weit gefehlt.

Ihr ahnt es sicher auch schon. Am Hof unten angekommen, wurden wir geputzt und gewienert. Auch mein kleiner Mensch war schon zur Stelle und schaffte fleißig mit. Unsere Nachbarn, die Schulpferde wurden auch alle von fleißigen Helferlein poliert. Was haben die denn heut' bloß wieder vor. Dann waren da auch noch einige, fremde Isländer und 2 Westernpferde. Pavillons waren aufgebaut.