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Chronik des Ponyreithofes bis 1992

Darf ich mich vorstellen: Ich bin der “Heiko”, ein nun schon 26 Jahre alter Welshponywallach. 1969 kam ich in einem Transporter aus Hessen nach Marquartstein, in Oberbayern, und lernte meine neue Familie kennen: Bärbel Schacker, geb. 19.03.1959, Birgit, ihre Schwester, geb. 30.03.1956 und die Eltern Annemarie und Dietrich. Ich war Bärbels erstes Pony, also der “Märchenprinz”, und die Mädels hatten mit mir alle Hände voll zu tun, bis ich immer mehr Gesellschaft in Form von anderen Ponys bekam und ruhiger wurde. Unsere Weiden reichten bald nicht mehr aus, daher suchten die Schackereltern nach einer neuen Heimat. Es gab Höfe in Massen, aber entweder in unpassender Umgebung, sündhaft teuer oder ohne ausreichendes Weideland. Fast hatten sie schon aufgegeben, da entdeckten sie den Schwaigerhof zu Brannenburg. Viel zu groß, viel zu teuer, aber nach ihren Erzählungen einfach toll!


1971 – So kauften sie am 19.11.1971 den jetzigen Ponyreithof St. Margarethen, zum Teil auf Leibrentenbasis. Er diente davor Münchnern als Feriendomizil und entsprach so gar nicht unseren Ponybedürfnissen. Zuerst wurden stabile Holzzäune gebaut.


1972 – Am Mittwoch nach den Osterfeiertagen 1972 war endlich der große Tag für uns gekommen: Auf unseren vier Beinen machten wir uns auf den Weg in die neue Heimat. Am Ziel angekommen, bestaunten wir die riesigen Weiden, die teilweise schon fertig eingezäunt waren. Als “Nachtlager” diente uns vorerst der alte Stall oberhalb des Hofes und ein Holzschuppen hinter dem Haus. Nach den Osterferien mußten Birgit und Bärbel zurück, um das Schuljahr in Marquartstein zu beenden. Mutter Schacker hatte daher jeden Tag alle Hände voll zu tun um uns  alleine


von der Weide in den Stall zu bringen. Bald stellten sich Reitgäste ein; also wurde ein Reitring angelegt und die ersten Reitstunden fanden statt. So trugen wir, im wahrsten Sinne des Wortes, das Geld zum Umbau des Hofes zusammen. Unser erstes Fohlen namens “Nökkur”, ein Isländer, wurde am 1.7.1972 geboren. Ich treibe heute noch ab und zu meine Späße mit ihm, obwohl wir beide schon grau hinter den Ohren geworden sind. Als sich immer mehr Schüler zum Reitunterricht anmeldeten, mußte ein richtiger Reitplatz her.


1973 – Mit Hilfe der Soldaten aus der Karfreitkaserne Brannenburg, konnte dieser 1973 vorschriftsmäßig, mit einer Größe von 20m x 40m gebaut werden. Dann kamen die ersten Anfragen von Eltern, die ihre Kinder an Wochenenden oder in Ferien bei uns unterbringen wollten. Im Laufe der Zeit wuchs der Betrieb und auch Privatpferde wurden bei uns eingestellt. Birgit blieb uns als Mutter Schackers rechte und linke Hand am Hof erhalten,  während Bärbel weiter in Rosenheim zur


Schule gehen mußte. Kaum 15 Jahre alt, begann sie in Apfelkam eine Lehre zur “Bereiterin FN” (heute “Pferdewirt Reiten”). Ich begleitete sie dorthin und sah meine Ponykumpels nur, wenn sie zu einem Turnier kamen. Dann zeigten wir den Großpferden erfolgreich, zu welchen Leistungen wir “Kleinen” fähig sind. In unserer Abwesenheit wurde am 07.12.1975 der RuFV St. Margarethen gegründet, um unter eigenem Namen an Turnieren teilnehmen zu können.


1977 – Nach Bärbels erfolgreicher Abschlußprüfung 1977 wurden wir mit “Schacker-Mutti” ganz alleine gelassen, weil die Mädels beide in fremden Großpferdebetrieben Erfahrungen sammelten. Birgit legte die Prüfung zum Reitwart erfolgreich ab.


1978 – war meine Menschenfamilie wieder komplett und die Reiterei wurde von nun an immer ernster betrieben. In diesem Jahr fand am Hof die erste Reiterpaßprüfung statt; eine Prüfung für alle, die sich auf uns Vierbeinern möglichst vorschriftsmäßig im Gelände bewegen wollen. Der jüngste Teilnehmer war 11, der älteste 51 Jahre alt. 1991 legte der 500ste Reiter diese Prüfung bei uns ab. Am 17.12.1981 bestand mein Fraule, die Bärbel, die “Pferdewirtschaftsmeisterprüfung Teilbereich Reitausbildung", ich glaube als Allerjüngste in Bayern. Naja, mit Titeln kann man uns selbstbewußten Ponys jedoch nicht imponieren. Dazu gehört schon Können, Gefühl und Wissen und eine gehörige Portion Ausdauer. Unsere Zahl stieg langsam auf 40 Pferde an, und wir wurden in verschiedene Herden aufgeteilt. Jede bekam im Laufe der Jahre einen stabilen Offenstall mit einem festen, aufgeschütteten Platz, damit wir die schönen Wiesen nicht unnötig zertrampelten.



1982 – wich der alte Holzschuppen drei Einzelzellen, Boxen genannt. Sie sind für nicht wetterfesten Besuch oder als Krankenzimmer für uns gedacht. Auch in der Unterkunft unserer Besitzer wurde einiges verändert. Ab 1973 wurde das alte Waschhaus neben dem Hauptgebäude ausgebaut und diente Birgit ab jetzt als Bleibe. Aufgrund seines Alters geriet der Hof unter die “Scharfen Augen der Denkmalschützer”, d.h. Auflagen über Auflagen egal ob bei der Wahl der Dachziegel, des Balkonanstrichs etc..  Bisher wurde unser gesam-


tes Winterfutter im Tenn gelagert. Als das Landratsamt eine größere Brandschutzmauer verlangte, und die Denkmalschützer dies nicht zuließen, planten unsere Herrchen ein neues Gebäude für Heu und Stroh. Der Onkel von Bärbel und Birgit, Otto Simon, zog zu uns und griff uns finanziell unter die Arme, so daß 1982 die landwirtschaftliche Mehrzweckhalle gebaut werden konnte. Der Hof ging jetzt ganz in den Besitz der Familie Schacker über. Nun gings endgültig aufwärts.


1983 – zog Rainer ins Haus, und erledigte ab jetzt neben seiner Arbeit einige Aufgaben wie “Futtermittel” für die Kinder besorgen, Bahnhofsfahrten und vieles mehr.


1984 – Im Frühjahr 1984 übernahmen Birgit und Bärbel den Hof in eigener Regie.


1985 – Anfang des nächsten Jahres konnten die Schackereltern ihr neugebautes Holzhäusl neben der Halle beziehen. Im alten Haus wurde die Küche vergrößert und neu eingerichtet.


1989 – Ab 1989 bauten sich Birgit und ihr Freund eine Wohnung im ersten Stock der Tenne aus. Darunter entstanden drei Boxen und eine Werkstatt, in der alles repariert werden kann, was wir und die Kinder kaputt machen. Am 12.07.1989 wurde an unserer überdachten Anbindestange das Schild”FN-Reitstall” (es zeigt, daß der Betrieb bestimmte Auflagen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung erfüllt) angebracht.


1989/90 – wurden seltsame runde Gebilde aus Beton errichtet, die sich als Sammelplatz für unseren Mist herausstellten.



1991 – Im Februar ’91 wanderten Birgit und ihr Freund nach langen Vorbereitungen nach Kanada aus. Jetzt übernahm Bärbel den Betrieb alleine, und bezog mit ihrem Freund die Wohnung über der Werkstatt. Nachdem Bärbel am 07.12.1990 zusätzlich ihre Meisterprüfung als Pferdewirtschaftsmeister in Zucht und Haltung ablegte, bekamen wir am 18.01.1991 die Anerkennung als Ausbildungsbetrieb. Unser Betrieb wird jetzt auch unter dem Namen “Fjordpferdezucht Schacker” geführt. Der 1980 von Schackers aus Hessen gekaufte Fjordpferdezuchthengst “Domino” ist zusammen mit den vielen Hauptstammbuchstuten des Hofes der Begründer St. Margrethens Fjordpferdzucht. Aber die Pferdebabys sind nicht die kleinsten in unserer Runde. Die kleineren “Viecherl”, wie Ziegen, Hasen, Schaf und Enten haben jetzt ihr eigenes Gehege, genannt Streichelzoo, in dem sich die Kinder tummeln, wenn sie von uns genug haben. Für die kleinen “Zweibeiner” steht außerdem im Garten ein kleiner Spielplatz zur Verfügung. Im Herbst entstand neben dem Reitplatz ein neues “Pferdetrainingsareal”, genannt Longierzirkel. Dort läßt man uns jetzt mit oder ohne turnenden Kindern auf dem Rücken, im Kreis an einer langen Leine (die Menschen nennen es Longe), herumlaufen. Das war die letzte aufregende Veränderung, an die ich mich erinnern kann.


20 Jahre sind eine sehr lange Zeit. Wir erlebten nicht nur schöne Stunden, manchmal war es auch ganz schön schwer. So sind einige meiner Kameraden durch Unglücksfälle, Krankheit oder Altersschwäche von mir gegangen. Aber zum Leben gehört nun einmal beides, Höhen und Tiefen. Ich hoffe, daß ich nichts Entscheidendes vergessen oder Daten durcheinander gebracht habe. Mein Gedächtnis ist schließlich nicht mehr das Beste. In meinem Alter, naja, Ihr wißt schon ...

Wenn Ihr noch mehr von mir wissen wollt, dann schaut’s halt einfach mal auf einen Tratsch vorbei.

Bis dann, Euer HEIKO